Verstopfung

Chronische Verstopfung oder medizinisch „Obstipation“ ist ein Volksleiden, das Schätzungen zufolge zehn Prozent der deutschen Bevölkerung betrifft. Frauen sind doppelt so häufig betroffen wie Männer und im Alter nimmt die Häufigkeit zu. Unter Verstopfung leidet man dann, wenn man seltener als drei Mal in der Woche Stuhlgang hat, der Stuhl auffallend hart ist oder aus kleinen Klumpen besteht, man sehr stark pressen muss, oder am Ende das Gefühl der vollständigen Entleerung fehlt. Häufig tritt eine Verstopfung kurzzeitig auf, zum Beispiel auf Reisen oder in Stressphasen. Hier hilft es meistens, wieder zu einem geregelten Tagesablauf zurückzukehren.

Wenn Verstopfung krank macht

Zu einem gesundheitlichen Problem wird Verstopfung dann, wenn sie sehr überraschend eintritt oder chronisch wird, also länger als drei Monate anhält. In diesen Fällen sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen. An Basisdiagnostik sollte eine Sonographie des Abdomens und eine Blutabnahme und insbesondere über dem 55. Lebensjahr eine Darmspiegelung erfolgen.

Mögliche Ursachen für Verstopfung

Häufige Ursachen für Verstopfung sind eine ballaststoffarme Ernährung, eine zu geringe Trinkmenge, wenig Bewegung, eine Störung der Darmmotilität wie sie zum Beispiel bei der Slow Transit Obstipation vorkommt, häufiges Unterdrücken des Stuhlgangs oder eine Änderung der gewohnten Lebenssituation wie Urlaub oder ein Umzug.

Erkrankungen, bei denen häufig Obstipation als Symptom beschrieben wird sind Diabetes mellitus, eine Schilddrüsenunterfunktion, Parkinson, Multiple Sklerose und psychiatrische Erkrankungen wie Depression. Besonders häufig kommt eine Obstipation bei Patienten mit einem Reizdarmsyndrom vor, es besteht hier sogar die mögliche Einteilung in einen „Obstipations- und Diarrhoe Typ“.

Verstopfung bei Reizdarmsyndrom

Bei Reizdarmpatienten beobachtet man häufig eine bakterielle Fehlbesiedlung, die eine Obstipation begünstigen kann. Anhand von Atemtests kann man diese Fragestellung schnell klären und dann eine individuelle Darmsanierung starten, die auf einem abgestimmten Ernährungsplan basiert. Ergänzend können probiotische Substanzen, lösliche Ballaststoffe wie Flohsamenschalen oder Apfelpektin und in schweren Fällen auch Abführmittel (Macrogole, Natriumpicosulfat, Bisacodyl) sinnvoll sein.