Das Immunsystem im Darm

Wir wissen alle, dass das, was wir an Nahrung zu uns nehmen, spätestens im Darm in irgendeiner Weise so umgewandelt wird, dass sich der Körper die für ihn wichtigen Nährstoffe aus der Nahrung ziehen kann.

Im Klartext: die einzelnen Komponenten der Nahrung gelangen durch die Darmwand ins Blut und von dort an die Stellen in unserem Körper, wo sie gebraucht werden. Ohne Nahrung können wir nicht existieren. Deshalb ist es so wichtig, dass unser Darm richtig funktioniert. Um alle wichtigen Bestandteile aus dem, was wir täglich zu uns nehmen, auch wirklich rausfiltern und aufnehmen zu können. Durch einen ungesunden Lebenswandel, also z.B. durch falsche Ernährung, Medikamente, Alkohol und Nikotin oder aber auch durch zu wenig Schlaf oder dauerhaften Stress bringen wir unsere Darmflora aus dem Gleichgewicht. Nichts läuft mehr rund. Aber was genau hat nun ein geschwächtes Immunsystem mit einer Fehlfunktion bzw. einer aus dem Ruder geratenen Bakterienflora im Darm zu tun?

Das Immunsystem

Unser Immunsystem ist ein komplexes System, welches auf den gesamten Körper verteilt ist. Es dient im Wesentlich dazu, Krankheitserreger und giftige Substanzen aus unserem Körper raus zu halten bzw. schnellstmöglich wieder auszuscheiden. Gleichzeitig sorgt es auch dafür, uns von dem „Abfall“ an abgestorbenen oder mutierten Zellen im Körper zu reinigen. Ein Teil des Wissens des Immunsystems ist uns sozusagen angeboren. Der andere Teil hingegen muss erst erlernt werden, um zu erkennen, wer hier in dem Spiel „die Bösen“ und wer „die Guten“ sind.

Da das Immunsystem zu einem erheblichen Teil aus sich frei im Körper beweglichen Zellen besteht, ist es in der Lage sich an die Orte zu begeben, wo sein Handeln gerade verlangt wird. Unterstützt wird das Immunsystem von den natürlich im Körper vorhanden Barrieren (z.B. Darmschleimhaut). Diese sollen ein Durchdringen der bösen Eindringlinge in den Blutkreislauf verhindern.

Die Abwehrspieler im Darm – Verteidigung des Immunsystems

Eine intakte Darmschleimhaut sorgt dafür, dass keine Krankheitserreger die Barriere der Darmwand durchqueren und ins Blut gelangen können. Sie geht einher mit einer ausgewogenen Mikroflora im Darm. Diese ernährt eine stabile Darmschleimhaut und trägt dazu bei, dass sich die ungesunden Bakterien nicht vermehren und nicht an die Darmwand anlagern können.

Darüber hinaus reguliert das vorhandene Mikrobiom aber auch das Immunsystem im Darm:  die Epithel- und Immunzellen des Darms tauschen sich kontinuierlich mit den Darmbakterien und diese untereinander aus. Durch diese Signale werden die Abwehrmechanismen (Abwehrspieler) gegen die Krankmacher (Angreifer) aktiviert. Ca. 80% aller Immunzellen befinden sich im Darm. Somit sitzt im gesunden Darm der größte Anteil unseres gesamten Immunsystems! Die Darmbakterien trainieren unser Immunsystem kontinuierlich. Damit lernt es, nur die schlechten Bakterien anzugreifen. Die gesunde Darmflora muss verschont werden, da wir mit ihr in Symbiose leben und auch weiterhin leben wollen. Ist die Darmflora aus dem Gleichgewicht, schwächt das also unser Immunsystem! Und umgekehrt setzt ein angegriffenes Immunsystem auch unserer Darmflora zu. Der Austausch funktioniert stets in beide Richtungen.

Fazit – was haben die Darmbakterien mit dem Immunsystem zu tun?

Durch die aktive Mitarbeit der „guten“ Bakterien im Darm wird dazu beigetragen, dass wir die für uns nötigen Nähr- und Vitalstoffe aus der Nahrung aufnehmen können. Ebenso jene Stoffe, die für ein funktionierendes Immunsystem benötigt werden, wie z.B. Zink, Selen, B-Vitamine etc.. Zusätzlich nutzen wir die vielfältigen enzymatischen Funktionen der verschiedenen Bakterien in unserem Darm, um die Nahrung besser und effektiver aufspalten zu können. Darüber hinaus sind die „guten“ Bakterien selbst an der Produktion und Verstoffwechselung zahlreicher Vitamine beteiligt.

Für all das ist natürlich eine ausgewogene Ernährungsweise zwingend notwendig! Sie versorgt nicht nur uns mit ausreichenden Nähr- und Vitalstoffen, sie füttert auch unsere „guten“ Bakterien und trägt somit zum Erhalt einer gesunden Mikroflora bei. Damit kann sowohl einer vermehrten Infektanfälligkeit, als auch chronischen Entzündungsprozessen im Körper vorgebeugt werden. Denn wenn das Immunsystem im Darm nicht mehr zwischen „guten“ und „bösen“ Darmbakterien unterscheiden kann, können schnell entzündliche Darmerkrankungen (z.B. Morbus Crohn) entstehen.

Hilfe naht – wie erhalte ich ein stabiles Immunsystem?

Was also tun, wenn man merkt, dass man verstärkt zu Infekten neigt oder gar Anzeichen von chronischen Erkrankungen bei sich bemerkt? Immer auch an den Darm denken! Es hilft nur wenig, die Symptome mit Schmerzmitteln oder anderen Medikamenten zu bekämpfen, wenn man deren Ursache nicht beseitigt.

Wir haben nun gelernt, dass ein aus den Fugen geratenes Mikrobiom im Darm dafür verantwortlich sein kann. Die Anzahl der „guten“ Darmbakterien hat sich drastisch reduziert und somit einer überhandnehmenden Anzahl an „schlechten“ Bakterien und deren Stoffwechselprodukten Platz gemacht. Diese schädigen nicht nur die Barrierefunktion der Darmschleimhaut, sie greifen auch massiv in die Kommunikation des Immunsystems im Darm ein. Es herrscht also ein allgemeines großes Durcheinander und man fühlt sich schlapp und kränklich… Um das Mikrobiom im Darm wieder ins Gleichgewicht zu bringen, bedarf es einer Darmsanierung, die mit einer Ernährungsumstellung einher geht. Da jedes Mikrobiom aber in einem anderen Zustand ist sollte man zielgerichtet für seinen Körper die Ernährung anpassen – denn wenn z.B. unentdeckte Intoleranzen vorliegen, sollte man diese direkt mit “behandeln” um den Darm damit nicht zusätzlich zu schwächen. Denn jede Intoleranz kostet den Darm Kraft und schwächt ihn daher.

Bei Optiprevent wird der Ernährungsplan und ergänzende Empfehlungen individuell auf Sie angepasst! Sprechen Sie uns an.