Heilfasten

Vor Kurzem hatten wir an dieser Stelle im Blog die verschiedenen Fasten-Arten kurz vorgestellt – ohne Anspruch auf Vollständigkeit! Es gibt ganz viele verschiedene Möglichkeiten zu fasten, die sich auch nicht ausschließlich auf den Verzicht von Nahrung begrenzen. Aber bei all dem Wirrwarr und der Informationsflut, die ja bekanntlich im Bereich der Ernährung herrscht, bleiben wir der Einfachheit halber mal bei den 3 bekanntesten Varianten des Fastens: Heilfasten, Basenfasten und Intervallfasten.

Heilfasten, was ist das?

Heute widmen wir uns dem Thema Heilfasten. Sucht man nach einer passenden Definition, dann fällt zunächst einmal auf, dass unter dem Begriff Heilfasten ganz viele verschiedene Arten zu fasten zusammengefasst werden können. Sogar das Früchtefasten, die Franz-Xaver-Mayr-Kur (auch „Milch-Semmel-Diät“ genannt) und sogar das Intervallfasten werden zum Teil in diese Kategorie einsortiert.

Um es uns allen etwas einfacher zu machen, lösen wir uns von dem Begriff Heilfasten und nennen diese Art des Fasten den „Verzicht auf feste Nahrung“.

Der Verzicht auf feste Nahrung

Der Nahrungsverzicht soll zu einer gesundheitlichen Verbesserung oder als Gesundheits-Prävention dienen, nicht zur Gewichtsreduktion! Der Jo-Jo-Effekt ist sonst quasi vorprogrammiert. Man kann jedoch mit einer Heilfasten-Kur beginnen, um seinen Lebens- und Ernährungsstil im Anschluss grundlegend zu ändern. Und beim Heilfasten geht es auch um das Loslassen im Allgemeinen, so dass man gleichzeitig auf genügend Entspannung und Ruhe achten sollte, um „in sich kehren“ zu können.

Das grundlegende Prinzip bei dieser Art des Fastens ist, auf die Zufuhr fester Nahrung eine Zeit lang zu verzichten. In der Regel fastet man 5 Tage bis hin zu mehreren Wochen (aber nicht über 40 Tage!). Wichtig ist hingegen auf eine ausreichende Zufuhr von Flüssigkeit zu achten. Und in der Art der Flüssigkeit unterscheidet man meist auch die Fastenart: Man kann mit Wasser ergänzen, mit Brühe/Suppe, mit Saft aus Gemüse und Obst oder mit Kombinationen aus diesen Flüssigkeiten.

Vorbereiten fürs Heilfasten

Die meisten Fastenkuren gehen einher mit einer mehrfach anzuwendenden Darmentleerung. An dieser Stelle möchte ich auf einen kleinen aber feinen Unterschied hinweisen! Darmsanierung bedeutet, den Darm über mehrere Wochen neu zu justieren. Das heißt also, dass man auf der einen Seite die Nahrung entzieht, die zu einer ungünstigen Verschiebung der Bakterienzusammensetzung im Darm geführt hat. Und auf der anderen Seite zeitgleich die entsprechende Nahrung zuführt, die zu einem gesunden Mikrobiom im Darm führt, also Prä- und Probiotika. Das Ganze kann dann z.B. durch Flohsamenschalen und Heilerde unterstützt werden, die dazu führen sollen, die Entgiftung zu unterstützen und die „schlechten“ Sachen schnell aus dem Darm wieder auszuleiten. Das bitte nicht verwechseln mit Darmreinigung bzw. Darmentleerung! Mit einem Einlauf oder einem Abführmittel sorgen wir für eine schnelle Entleerung der zu dieser Zeit im Darm enthaltenen Stuhlmasse. Essen wir danach wieder so wie immer, ist damit nichts gewonnen und das Mikrobiom im Darm hat sich nicht verändert und wurde ganz sicher nicht saniert!

Und wie sieht das in der Praxis aus?

Da beim Verzicht auf feste Nahrung die Kalorienzufuhr drastisch gesenkt wird, wird diese Art von Fastenkur meist mit sogenannten Entlastungstagen begonnen, in denen man die Ernährung bereits umstellt und reduziert. Dementsprechend wird dann am Ende der Fastenzeit die feste Nahrung an den Aufbautagen auch nur langsam wieder eingeführt. Neben Nahrung soll z.B. auch auf Kaffee und schwarzen Tee verzichtet werden. Dieser Verzicht auf Koffein führt schon zu gewissen Entzugserscheinungen wie z.B. Kopfschmerzen, der Verzicht auf Zucker verstärkt diesen Effekt. Also sollte der Beginn der Fastenzeit (meist sind es die ersten 3 Tage) mit Bedacht gewählt werden und möglichst nicht mitten in stressreichen Zeiten. Und natürlich ist ausreichend Bewegung auch während des Fastens wichtig, um den Stoffwechsel und die Reinigungsprozesse zu unterstützen.

Hinweis: Das Heilfasten ist sehr belastend für den Körper und ist deshalb bei bestimmten Krankheiten und unter bestimmten Bedingungen nicht oder nur unter ärztlicher Aufsicht erlaubt!