Mehr Bauch-Beschwerden im Sommer?!

Endlich, der Sommer ist da! Rausgehen – Schwimmen – eisgekühlte Getränke und Eis …. Wenn nur der liebe Bauch nicht wäre, der einem im Sommer irgendwie noch mehr Probleme bereitet! Aber woran liegt es, dass die Beschwerden von Grummeln, Unwohlsein und Durchfall gerade mit ansteigenden Temperaturen zunehmen?

Nicht nur eine Erklärung!

Zunächst gibt es den psychologischen Ansatz: Bei Reizdarmpatienten ist oftmals das vegetative Nervensystem gestört. Das erklärt beispielsweise das Bauchgrummeln bei Stress und psychischen Belastungen. Die Forschung geht außerdem davon aus, dass bei Reizdarmpatienten im autonomen Nervensystem „Bauchhirn“ eine Wahrnehmungsstörung vorliegt. Das wiederum führt dazu, dass Aktivitäten im Bauch viel intensiver wahrgenommen werden.

Fazit: Bauch und Kopf, Darm, Gefühle, Befindlichkeiten … alles hängt irgendwie zusammen! Also beeinflussen die erhöhten Temperaturen eben nicht nur den Kreislauf und das allgemeine Befinden, sondern „stressen“ auch den Darm. Diese Art von Wetterfühligkeit kennen viele Menschen, die unter Kopfschmerzen bzw. Migräne leiden. Sobald sich das Wetter irgendwie ändert oder womöglich noch ein Gewitter im Anmarsch ist, ist man schon auf der Suche nach der Kopfschmerztablette. Warum also sollte das „Bauchhirn“ nicht auch rebellieren, wenn man vor lauter Hitze nicht mehr weiß, wohin mit sich und dem Rest der Welt?

Hinzu kommt nun, dass das heiße Wetter dazu verleitet sich abkühlen zu wollen! Menschen, die ein empfindsames Bauchhirn haben, reagieren auf Kälte von innen (Eis oder kalte Getränke), aber auch von außen (der Sprung in den Pool) empfindlich und oftmals mit Bauchkrämpfen. Eiskalte Getränke setzen aber auch “normalen” Menschen zu! Nicht ohne Grund wird in heißen Ländern eher Tee getrunken, damit man den Stoffwechsel nicht zusätzlich damit belastet, das kühle Nass an die körpereigene Temperatur anzupassen. Dann schwitzt man nämlich noch mehr. Trotzdem sollte man das Trinken nicht vergessen: auch Dehydrierung stresst den Darm und den Kreislauf!

Nicht zu vergessen: Hygiene! Die Hitze hat Auswirkungen auf die Frische und Lagerfähigkeit von Speisen. Also die zubereiteten Speisen nicht zu lange draußen ungekühlt stehen lassen, sonst vermehren sich die „bösen“ Bakterien und verursachen so Probleme im Darm.

 

Was kann ich tun?

Grundsätzlich gilt, den Ursachen der Beschwerden auf die Spur zu kommen.

Manchmal verbirgt sich hinter dem Reizdarm auch eine unentdeckte Nahrungsmittelunverträglichkeit oder eine Dünndarmfehlbesiedlung. Ist der Darm erst saniert und wieder im Gleichgewicht, dann macht der Sommer wieder Freude.

Liegt es am Fruchtzucker oder verträgt man keine Milch, dann genießt man den Sommer besser mit Pfefferminz-Gurken-Wasser, Kräutertees oder Fruchtsorbet statt Milchspeiseeis und Limonade – und hält dabei gemütlich einfach nur die Füße ins kühle Wasser.