Reizdarmsyndrom – die undankbare Diagnose – Erfahrungsbericht

Da waren sie wieder, meine 3 Probleme: Bauchkrämpfe, die erbitterte Suche nach der nächsten Toilette und die komischen Blicke der anderen…. Wie kann man einem Nicht-Betroffenen am besten erklären, wie es Leuten mit der Diagnose Reizdarmsyndrom geht?

Die körperlichen Beschwerden mit Reizdarmsyndrom

Auf der einen Seite gibt es da die endlos lange Liste an körperlichen Beschwerden bei Reizdarmsyndrom: Magenschmerzen, Übelkeit, Sodbrennen, Appetitlosigkeit, Aufstoßen, Völlegefühl, Bauchkrämpfe, unangenehme Geräusche aus der Bauchgegend, Heißhungerattacken, Blähungen, Durchfall, Verstopfung,… Und dann können auch noch die weniger bekannten Symptome auftreten, die damit in Zusammenhang stehen, wie Abgeschlagenheit und Müdigkeit, Herzrasen, Infektanfälligkeit, Gewichtsprobleme, Depressionen, Angstzustände und vieles mehr. Mit einem dieser Symptome dauerhaft ist man in der Regel schon belastet genug! Die Summe aller zusammen bringt einen auch gerne mal an den Rand des Wahnsinns oder stürzt einen wahlweise in tiefe Verzweiflung.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten mit diesen Symptomen umzugehen:

Man kann versuchen, sie vor seiner Umwelt zu verheimlichen, dass man am Reizdarmsyndrom leidet. Damit kommt man auf die Dauer aber ziemlich schnell in Erklärungsnöte und manövriert sich zunehmend in die Isolation.

Man kann offen damit umgehen, aber auch dann erntet man nicht immer nur Verständnis, sondern auch mal genervte Blicke: „Das bildet die sich doch alles nur ein!“ oder „Magst du mein Essen nicht?“ oder „Welche Ausrede hast du denn heute wieder auf Lager?“ sind nur wenige Beispiele von wenig hilfreichen Aussagen. Und wer will schon andauerndes Mitleid oder ein besorgtes „Geht‘s dir gut, Kind?!“ der Mutter, die einem im Restaurant ständig auf die Toilette folgt, wenn man mal wieder „was Falsches“ erwischt hat und versucht sich klammheimlich alle 15 Minuten vom Familienessen „zurückzuziehen“?!

Zu versuchen, die Beschwerden mit einer andauernden Magen-Darm-Grippe zu vergleichen trifft nicht ganz den Punkt: Es geht ja darum zu erklären, dass man chronische Beschwerden hat, eben andauernd und täglich und oftmals auch unvermittelt – weil man eben „etwas Falsches“ gegessen hat, von dem man aber vorher schlichtweg nicht wusste, dass man es nicht verträgt. Wenn jemand krank ist, dann bleibt er zu Hause, verkriecht sich ins Bett oder auf das Sofa und kuriert sich aus. Wenn man aber nicht wirklich „krank“ ist bzw. jeden Tag mit Symptomen und Unwohlsein zu kämpfen hat, kann man sich eben nicht zu Hause einigeln und sich auskurieren. Irgendwie muss man ja funktionieren und das Leben muss weiter gehen: Schule, Ausbildung, Arbeit, Freunde, Familie, Partner, Kinder … und das bisschen Haushalt, das sich ja bekanntlich von selbst macht.

Die seelische Komponente bei Reizdarmsyndrom

Und damit wären wir bei der anderen, der weniger bekannten Seite des Reizdarmsyndroms: der seelischen Belastung. Und hier gibt es auch mehrere Sichtweisen gleichzeitig. Was genau belastet die Seele?

1) Die Angst davor, etwas Unentdecktes zu haben: Es kann ja nicht sein, dass diese Beschwerden keine Ursache haben! Da muss etwas dahinter stecken, was einfach noch nicht gefunden wurde. Womöglich eine schlimme Krankheit?… Und dann geht die Odyssee der endlosen Arztbesuche weiter.

2) Wenn keine Ursache gefunden wurde und irgendein Arzt dann die Diagnose Reizdarmsyndrom gestellt hat, wird man gern in die psychische Ecke geschoben. Anstatt wirklich alle Untersuchungen und Tests zu machen, die nötig sind um diese Ausschlussdiagnose stellen zu können, kommt dann plötzlich die Aussage: „Sie reagieren halt empfindlicher als andere, denn körperlich kann ich bei Ihnen nichts finden.“ Die Diagnose an sich ist schon unbefriedigend, denn sie besagt ja, dass alles „Bekannte“ getestet wurde und keine Ursache gefunden werden konnte. Trotzdem bleiben die Beschwerden. Man kann also nichts tun und muss damit leben. Und dann darf man sich gleichzeitig noch anhören, es sei alles nur Einbildung oder man ist eben zu empfindlich. Und man beginnt tatsächlich an sich zu zweifeln.

3) Zu guter Letzt kommt eine nicht unerhebliche Menge an seelischer Belastung vom Umfeld. Das muss nicht zwangsläufig bedeuten, dass unsere Freunde, Kollegen oder die Familie unsensibel wären. Es reicht ja schon, dass man sich selbst als störend und belastend empfindet, weil es immer eine Extrawurst geben muss oder die anderen immer Rücksicht nehmen müssen. Man grenzt sich entweder selbst aus, weil man mit Bauchkrämpfen lieber zu Hause bleiben möchte, als ins Kino zu gehen. Oder man wird ausgegrenzt, weil die Freunde nach der x-ten dankenden Absage einfach nicht mehr nachfragen.

Was nun – wie lebe ich am besten mit meinem Reizdarm?

Ich muss gestehen, ich lebe schon mein Leben lang mit Magen-Darm-Beschwerden. So hieß das früher noch, bevor das Wort „Reizdarmsyndrom“ aufkam. Und wie oft habe ich gehört, dass ich eben den nervösen Darm oder den empfindlichen Magen meiner Großväter geerbt habe. Lustigerweise haben in meiner Familie ganz viele mit verschieden ausgeprägten Symptomen des Reizdarmsyndroms zu kämpfen, aber keiner würde es je zugeben. Dafür haben viele einen gefüllten Arzneischrank mit diversen Mittelchen zur Symptomlinderung oder angeblichen Problemlösern. Erst seit ich mich beruflich damit beschäftige, sehe ich wie viele Menschen tatsächlich darunter leiden. Und wie viele sich schwer damit tun, das auch im Freundeskreis öffentlich zu machen. Verdauung ist ein Thema, über das erst in einem gewissen Alter völlig hemmungslos stundenlang geredet wird – in jedem Altersheim lässt sich mit diesem Thema ein Gespräch locker wieder in Gang bringen!

Wie gehe ich mit der Diagnose Reizdarmsyndrom um?

Zuerst einmal – und das musste ich auch selbst erst lernen – sollte man hinterfragen, ob tatsächlich alle Untersuchungen gemacht worden sind und somit andere Ursachen für diese leidigen Verdauungsbeschwerden ausgeschlossen werden können. Es gibt nur wenige Ärzte, die sich tatsächlich intensiv mit diesem Thema beschäftigen und auch die entsprechenden Erfahrungen haben, auf die Suche der sogenannten Nadel im Heuhaufen zu gehen. Wir von Optiprevent haben die Erfahrung gemacht, dass die häufigsten Unverträglichkeiten (wie Laktose- und/oder Fruktoseintoleranz) oftmals nicht in Betracht gezogen werden und eine Dünndarmfehlbesiedelung nicht jedem geläufig ist.

Diese drei möglichen Ursachen sind natürlich nicht bei jedem der Auslöser, sie treten jedoch gehäuft auf – bedingt durch unseren Lebens- und vor allem unserem Ernährungsstil.

Auf dieser Basis erstellen wir Ihnen Ihren individuelles Ernährungskonzept, das Ihnen dabei hilft, die Ursachen zu beseitigen und langfristig die Beschwerden in den Griff zu bekommen – 5 Wochen angepasste Ernährung – wir sagen Ihnen genau, was Sie essen dürfen und was nicht – und wieso – und empfehlen Ihnen dazu freiverkäufliche Präparate zur Unterstützung. Dafür benötigen wir ein paar Angaben von Ihnen, die Sie in Ihrem Kundenkonto eintragen und die Ergebnisse eines Fructose- und eines Laktose-Atemtests. Diese Tests können Sie entweder bei uns direkt mitbestellen und bequem von zuhause aus machen oder Sie lassen diese bei Ihrem Arzt machen.

Wir haben Verständnis für Ihre Beschwerden und möchten Ihnen mit unserem Wissen und unserer Erfahrung gerne weiterhelfen!

Eure Janina Bolling (Ernährungsberaterin bei Optiprevent)