Rote Beete – gesunde Farbe im Herbst & Winter

Die Temperaturen sinken immer weiter – es wird kalt und ungemütlich draußen. Zeit also, auf herbstlich-winterliche Küche umzusteigen. Und dabei bietet es sich an, in den saisonal verfügbaren Angeboten unserer Region zu stöbern, statt ganzjährig verfügbare Tropenfrüchte zu verzehren. Denn die Natur hat sich was dabei gedacht und uns in langer Entwicklungszeit an das heimisch verfügbare Nahrungsangebot angepasst. Und das hat es durchaus in sich in puncto Vitaminen und Mineralstoffen!

Rote Beete – Farbe zum Essen, die es in sich hat

Die Rote Bete stammt ursprünglich aus dem Mittelmeerraum und kam wohl mit den Römern zu uns. Ihre tiefrote Farbe hat sie der Züchtung und Veredlung von vor 100 bis 200 Jahren zu verdanken. Es gibt aber neben der roten auch farblose bis hin zu hellgelben Sorten. Die rote Farbe stammt von der hohen Konzentration an Betanin. Die intensive Färbung führt nicht nur dazu, dass sich unsere Finger gern beim Zubereiten verfärben, sondern sie wird tatsächlich zum Färben – auch von Lebensmitteln – benutzt!

Schon die Oma wusste, dass Rote Beete gut fürs Blut ist, weil sie blutreinigend wirkt und die Durchblutung steigert. Außerdem soll sie bei täglichem Verzehr blutdrucksenkend wirken. Sie regt den Stoffwechsel und die Verdauung an, pusht das Gehirn mit Energie und Leistung, entsäuert den Organismus und ist dabei noch kalorienarm! Besonders ihr leistungssteigernder Effekt macht die Rote Beete bei Sportlern so beliebt.

Der hohe Farbstoffgehalt spricht für einen hohen Gehalt an Antioxidantien. Sie sind unsere natürliche Anti-Aging-Waffe und darüber hinaus Radikalfänger, Unterstützer beim Entgiften, Entzündungshemmer… Zudem hat die Rote Beete einen hohen Gehalt an B-Vitaminen (insbesondere Folsäure) zu bieten und enthält noch u.a. Vitamin C, Kalium, Eisen, Zink und Selen. Wegen des hohen Anteils an Oxalsäure sollte die Rote Beete bei Morbus-Crohn-Patienten und Neigung zu Nierensteinen allerdings nur selten auf dem Speiseplan stehen.

Hinweis: Es kann bei hohem Verzehr zu Verfärbungen des Kots und des Urins kommen!

Rote Beete – ganz traditionell und vielfältige Möglichkeiten

Traditionell findet man Rote Beete in Labskaus, ein Kartoffelgericht mit Rindfleisch und Roter Beete, welches hauptsächlich in Norddeutschland bzw. Nordeuropa zubereitet wird. In Osteuropa hingegen ist sie als Suppe bzw. Borschtsch sehr verbreitet. Von meiner ostpreußischen Oma kenne ich zu Weihnachten den „Roten Salat“: einen Kartoffelsalat mit Hering und Roter Beete.

Aber da die Zubereitung so leicht ist, ist die Rote Beete vielseitig einsetzbar. Die kleineren Knollen sollten dabei bevorzugt werden, da sie meist etwas süßer sind und vor allem nicht so sehr zum Verholzen neigen. Wem das Kochen der frischen Knolle zu viel Mühe macht, kann natürlich auch zu den bereits vorgekochten und vakuumverpackten Varianten greifen.

Und dann sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt:

  • Rote Beete lässt sich beispielsweise gut mit Sellerie zu einem Saft kombinieren,
  • als Pürree mit Sahne und Gewürzen zu Fleisch- und Fischgerichten reichen,
  • mit Butter und Gewürzen zu einem Brotaufstrich verarbeiten oder
  • sowohl als Ofengemüse
  • als auch hauchdünn geschnitten zu Gemüsechips verarbeiten.

Eine gute Varainte als Vorspeise ist z.B. die Rote Beete als Carpaccio in dünnen Scheiben anzurichten: Mit Zitronensaft, Öl, Essig, Salz und Pfeffer abschmecken und das Ganze dann wahlweise mit frisch geriebenem Parmesan oder gratiniertem Ziegenkäse servieren.

Neben der fleischigen Rübe können auch die Blätter der Roten Beete gekocht in der Küche verwendet werden, da sie viele Vitamine und Mineralstoffe beinhalten.

Hinweis: Der FODMAP-Gehalt der Roten Beete wird als hoch eingestuft. Bei Fruktoseintoleranz ist sie allerdings unproblematisch.